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Autor Thema: Für Gehörlose + des Hörens beeinträchtigte Menschen  (Gelesen 14085 mal)

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Offline RalleGA

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Re: Für Gehörlose + Hörbehinderte
« Antwort #30 am: 29. Mai 2015, 09:48:55 »
Wenn es im Ohr pfeift -

Tinnitus mit Psychotherapie lindern


Klingeln, Pfeifen, Rauschen: Ein Tinnitus macht Betroffenen oft ganz schön zu schaffen.
Mit Hilfe von Experten verschwinden die Ohrengeräusche zwar nicht unbedingt,
lassen sich aber besser aushalten.
Viel Stress im Job kann einen Tinnitus auslösen. Auch eine permanente oder kurzfristige starke Lärmbelastung kann zu Brummen, Pfeifen oder Klingeln im Ohr führen.
Darauf weist der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) hin.
Linderung bringt oft eine Psychotherapie: In der kognitiven Verhaltenstherapie können Betroffene lernen,
mit dem Ohrengeräusch besser umzugehen.
Sie setzt an der Einstellung und Bewertung des Betroffenen bezüglich seines Ohrgeräusches an
und versucht negative Denkmuster aufzudecken, die sich ungünstig auf die Erkrankung auswirken.
Außerdem lernen Patienten, wie sie ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes als das ständige Geräusch im Ohr leiten können.
Das verringere die Belastung der Betroffenen.
Hilfreich sind auch Entspannungsverfahren, die den Stress abbauen.

Bei einem plötzlich auftretenden Tinnitus, z.B. nach einem Hörsturz oder starkem Lärm,
sollten Betroffene so früh wie möglich zum Arzt gehen.
Am besten lassen sie sich mit durchblutungsfördernden Medikamenten behandeln.
So kann am ehesten vermieden werden, dass das Ohrengeräusch chronisch wird.
Das ist nach etwa drei Monaten der Fall.
Die Wahrscheinlichkeit einer Spontanheilung oder einer medizinischen Lösung des Problems ist dann unwahrscheinlich.

Ein Tinnitus kann sich in jedem Alter entwickeln.

Die meisten Betroffenen sind nach Angaben des BVDN von 40-50 Jahren.
Seit einigen Jahren steige der Anteil junger Patienten unter 30 Jahren.
Das liege vor allem an lärmintensiven Freizeitaktivitäten.
Nach Angaben der Deutschen Tinnitus-Liga  (DTL) sind ungefähr drei Millionen Menschen von einem chronischen Ohrgeräusch betroffen.
Jedes Jahr kommen mehr als eine Viertel Million Menschen hinzu.                                                                             

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Februar 2015 

« Letzte Änderung: 11. Juli 2015, 10:36:11 von RalleGA »
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Offline RalleGA

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Re: Für Gehörlose + des Hörens beeinträchtigte Menschen
« Antwort #31 am: 11. Juli 2015, 10:33:50 »
Schwerhörigkeit Anschaffung eines Hörgeräts wird oft aufgeschoben

Die Geräusche des Alltags verschwinden langsam und unbemerkt.
Erst die hohen Frequenzen, das Zirpen der Grillen.
Dann das Zwitschern der Vögel.
Die meisten bemerken ihre zunehmende Schwerhörigkeit jedoch erst,
wenn sie Angehörige oder Kollegen nicht mehr so gut verstehen
.


Rund 20 Millionen Menschen in Deutschland sind Schätzungen zufolge schwerhörig,
aber nur etwa 16% davon tragen ein Hörgerät.
Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte spricht von einer "gravierenden Unterversorgung".
Zwar gebe es keine aktuelle Studie mit exakten Zahlen, doch bei den über 65-Jährigen konstatieren Ärzte bei mehr als 40% eine relevante Schwerhörigkeit.
Es gibt aber keinen strukturierten Plan für die Früherkennung und Betreuung der Patienten.

Fachleute raten unisono, schlechtes Hören nicht einfach zu ignorieren.

Denn je später ein Betroffener ein Hörgerät bekommt, umso schwerer fällt die Umstellung.
Das Gehirn verlernt nämlich rasch, mit akustischen Eindrücken umzugehen.
Je länger ich vergessen habe, wie ein Vogel klingt, desto unangenehmer wird mir das Geräusch, wenn es wieder da ist.

Erster Schritt ist ein etwa 15 Minuten in Anspruch nehmender, meist kostenloser Hörtest.
Der Test ist - ebenso wie ein Hörgerät - beileibe nicht nur etwas für ältere Menschen:
Auch ein beträchtlicher Anteil Jüngerer hört schlecht.
Das ist dann allerdings weniger dem natürlichen Alterungsprozess als zu lautem Musikgenuss und anderem Lärm geschuldet - der Schall zerstört die feinen Haarsinneszellen in der Hörschnecke unwiderruflich.

Doch vielen Menschen ist es unangenehm, Hilfe zu suchen.
Das Hörgerät wird mit dem Alter verbunden, es gilt als „Ersatzteil“.
Doch das werde sich (hoffentlich) ändern.
Man ist überzeugt, dass in einigen Jahren auch Nicht-Schwerhörige Hörgeräte tragen werden.
Telefongespräche, TV-Sendungen, Konzerte können schon jetzt direkt in das Gerät und damit ins Ohr übertragen werden.
Störende Geräusche werden weggefiltert, so dass die Träger teils besser hören als Normalhörende.
Und die Forscher tüfteln schon an weiteren Funktionen - etwa der Simultanübersetzung von Fremdsprachen.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Mai 2015
« Letzte Änderung: 11. Juli 2015, 10:40:23 von RalleGA »
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Offline RalleGA

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Re: Für Gehörlose + des Hörens beeinträchtigte Menschen
« Antwort #32 am: 17. Juli 2015, 10:29:00 »
13.05. - Tag des Hörens;

Stendalerin erkämpft Kita-taugliches Hörgerät


Die Altmärkerin kam mit den Hörhilfen, die von der gesetzlichen Krankenkasse voll bezahlt werden,
in ihrem Beruf nicht zurecht.
Doch die Erzieherin konnte nach zähen Verhandlungen die Versicherung überzeugen,
die Kosten für ein teureres Gerät zu erstatten.

Hörgeräte, die zuzahlungsfrei von den Krankenkassen übernommen werden,
sind generell in ihrer Qualität gut.
Das bestätigen nicht nur Betroffene, sondern auch die Stiftung Warentest.
Doch nicht jeder Hörgeschädigte kommt damit gut zurecht.
Dann lohnt es sich, die Krankenkasse von der Notwendigkeit zu überzeugen,
auch die Kosten für ein teureres Gerät zu übernehmen, wie der Fall einer Stendalerin zeigt.

Für sie hatte der bundesweite Aktionstag "Tag des Hörens" in diesem Jahr eine besondere Bedeutung.
Denn die Altmärkerin kann seit einer Woche wieder gut hören, nachdem deren Krankenkasse nach langem hin und her und dem Monate dauernden Zuständigkeitsgerangel verschiedener Sozialleistungsträger nun endlich das benötigte Hightech-Hörgerät finanzierte.
Denn die Frau aus dem Landkreis Stendal ist Erzieherin und in ihrem Beruf natürlich auf gutes Hören angewiesen, allein um mit den Kindern gut kommunizieren zu können.

Dafür gab es bei der Krankenkasse durchaus Verständnis.
Immerhin habe man in diesem Fall eine Hörgeräteversorgung in Höhe von 840 € genehmigt,
könne aber keinen einzigen Cent über diesen Festbetrag hinaus beisteuern.

"Der Festbetrag ist die für uns verbindliche Erstattungsobergrenze", hieß es zur Begründung.
Aber vielleicht könne ja die Deutsche Rentenversicherung (DRV) für den das "Kassenmodell" übersteigenden Betrag des im Ohr der Erzieherin benötigten kleinen Computers übernehmen, denn die gesetzlichen Krankenkassen seien nur für die medizinische Rehabilitation zuständig, während der Rentenversicherungsträger Verantwortung für die berufliche Rehabilitation trage.

Rentenversicherung sah keine Notwendigkeit
Bezüglich der Versorgung mit Hörgeräten aber "nur in wenigen berufsbedingten Einzelfällen", konterte die DRV.
Etwa bei akustisch-signalgesteuerten Kontroll- und Überwachungsarbeiten, bei Tätigkeiten in für Leib und Leben gefährlichen Arbeitsumgebungen mit hoher Anforderung an die Sensibilität für akustische Warnsignale, bei Tätigkeiten im Musikbereich mit besonders hohen Anforderungen an ein detailliertes und geschultes Hörvermögen oder bei Tätigkeiten im intensivmedizinischen Bereich mit besonders hohen Anforderungen an ein detailliertes Hörvermögen.
"Nur wenn eine in diesem Sinne berufsbedingte Notwendigkeit der Hörgeräteversorgung vorliegt, erstattet die DRV die damit verbundenen Kosten - auch höherwertiger Geräte", wurde mitgeteilt.
Eine Erzieherin indes brauche keine spezifisch berufsbedingten, über das alltägliche Maß hinausgehenden Höranforderungen erfüllen, so die lapidare Erklärung der DRV für die im Fall der Stendalerin auch von dieser Seite abgelehnte Finanzierung eines hochwertigen Hörgerätes.

Auf Urteil des Sozialgerichts verwiesen
Grundsätzlich sei ohnehin die gesetzliche Krankenversicherung für die Versorgung mit Hörgeräten im Alltag und im Zusammenhang mit jeglichen Berufstätigkeiten zuständig.
Denn Ziel der Leistung der Krankenversicherung sei es doch, einen Behinderungsausgleich zu einem gesunden Hörenden zu schaffen, hieß es von Seiten der DRV.
Diese verwies auf ein Urteil des Bundessozialgerichtes, laut dem die Krankenkasse auch die über einen Festbetrag hinausgehenden Kosten für höherwertigere Hörgeräte übernehmen muss, wenn der individuelle Arbeitsplatz des Betroffenen dabei besondere akustische Anforderungen habe.

Den Hinweis auf dieses Urteil ignorierte die Kasse der Altmärkerin zunächst.
Sie empfahl der Erzieherin, erst noch einmal gemeinsam mit dem Hörgeräteakustiker das Festpreisgrenzen-Gerät optimaler einzustellen oder ein anderes aufzahlungsfreies Gerät probeweise zu tragen.
Nach dem Probetragen werden wir das Ergebnis zur abschließenden Entscheidung heranziehen.
Das geschah nun offenbar.
Zuvor hatte die Erzieherin die Kassen-Modelle erneut ausprobiert und damit wieder nicht ausreichend gut hören können, was in ihrem Beruf aber unerlässlich ist, und dies ihrer Krankenkasse zum wiederholten Male begründet.
Kurz vor dem "Tag des guten Hörens" erhielt sie dann aber die Zusage, dass die Kosten für das von ihr favorisierte Gerät übernommen werden, mit dem sie im nicht seltenen Radau in einer Kita auch leise Töne wahrnehmen kann.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Mai 2015
« Letzte Änderung: 17. Juli 2015, 10:32:55 von RalleGA »
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Re: Für Gehörlose + des Hörens beeinträchtigte Menschen
« Antwort #33 am: 26. Juli 2015, 15:17:58 »
für studierenden Hörbehinderte -BAföG -

Informationsvideo in Deutscher Gebärdensprache
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Re: Für Gehörlose + des Hörens beeinträchtigte Menschen
« Antwort #34 am: 15. September 2016, 09:40:15 »
Krankenkasse muss Mehrkosten für Hörgeräte übernehmen

Ein hochgradig schwerhöriger Mann verklagte seine Krankenkasse zur Übernahme der über den Festbetrag hinausgehenden Mehrkosten für eine Hörgeräteversorgung.
Das SG Aachen verurteilte die Krankenkasse zur Übernahme der Mehrkosten, obwohl eine zuzahlungsfreie Hörgeräteversorgung beim Sprachtest des Akustikers kaum schlechter abgeschnitten hatte. AZ.: S 13 KR 315/14
In seiner Begründung relativiert das Gericht die Bedeutung objektiver Messergebnisse.

Der geladene Hörgeräteakustiker sagte u.a., dass sich im Messlabor nicht feststellen lasse,
mit welchem Hörgerät der beeinträchtigte Mensch in großen Räumen bzw. bei störenden Umgebungsgeräuschen besser hören könne.
Außerdem hatte der Kläger mit einem Hörtagebuch eine wesentliche Grundlage dafür geschaffen,
den von ihm subjektiv empfundenen Unterschied glaubhaft nachvollziehbar zu machen.
« Letzte Änderung: 15. September 2016, 09:42:07 von RalleGA »
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Re: Für Gehörlose + des Hörens beeinträchtigte Menschen
« Antwort #35 am: 31. März 2017, 08:03:57 »
Kostenstreit zu Lasten Betroffener beendet

Krankenhäuser müssen die Kosten für Gebärdensprachdolmetscher bei stationären Aufenthalten von gehörlosen Patienten tragen. (SG Hamburg, Urteil vom 24.3.2017, Az.: S 48 KR 1082/14 ZVW).
Die Kosten für Gebärdensprachdolmetscher seien in den Fallpauschalen der Krankenkassen für die Kliniken bereits enthalten.
Hintergrund:
Wer gehörlos ist und zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen muss, ist auf GebärdensprachdolmetscherInnen angewiesen. Die Dolmetscherkosten werden von den Krankenkassen übernommen.
Was beim Arztbesuch selbstverständlich ist, sollte auch im Krankenhaus möglich sein.
So will es der Gesetzgeber.
Allerdings haben Kliniken eine Kostenübernahme bisher verweigert und auf die Krankenkasse als zuständigen Leistungsträger verwiesen. Diese wiederum argumentieren, dass die Kosten für DolmetscherInnen bereits in den Fallpauschalen enthalten sind.
« Letzte Änderung: 31. März 2017, 08:11:18 von RalleGA »
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Re: Für Gehörlose + des Hörens beeinträchtigte Menschen
« Antwort #36 am: 07. Dezember 2017, 08:40:45 »
Pfeifen im Ohr

Verhaltenstherapie kann bei chronischem Tinnitus helfen


Kognitive Verhaltenstherapie kann beim Umgang mit chronischen Ohrgeräuschen helfen.
Betroffene lernen, den Symptomen ihrer Krankheit weniger Beachtung zu schenken.


In einer solchen Therapie üben Betroffene, dem Ohrgeräusch nach und nach weniger Beachtung zu schenken.
Idealerweise tritt es in den Hintergrund und wird als weniger beängstigend wahrgenommen.
Ärzte sprechen von einem chronischen Tinnitus, wenn ein Patient mehr als drei Monate lang permanent einen Pfeifton hört.
In vielen Fällen bleibt der Tinnitus allerdings nicht so lange, sondern geht von selbst wieder zurück.

Anders als früher wird ein Pfeifgeräusch im Ohr heute nicht mehr als Notfall behandelt.
Betroffene sollten dennoch zeitnah zum Arzt gehen. Medikamente können dazu beitragen,
dass sich die Situation schneller bessert.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  November 2017
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