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Autor Thema: Für Gehörlose + des Hörens beeinträchtigte Menschen  (Gelesen 14087 mal)

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Offline RalleGA

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #15 am: 30. September 2013, 14:04:38 »
Hören mit den Augen -

Schriftdolmetscher übersetzen für Gehörlose

VST -Ratgeber/gesundheit/gesundheit 09-2013

Übrigens:
Am 29. September ist der Welttag der Gehörlosen
« Letzte Änderung: 30. September 2013, 14:08:00 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #16 am: 05. Oktober 2013, 15:54:15 »
Gehörlos:   Pflegebegutachtung:

Fragen & Antworten rund um die Pflege

Frage
:

Ich bin hörgeschädigt und habe gehört, dass es neuerdings eine Telefonberatung für Gehörlose gibt.
Können Sie mir Näheres über die Online-Pflegeinformationen sagen?

Antwort:

In der Tat ist es so, dass seit April 2013 Gehörlose oder hörgeschädigte Menschen ihre Fragen zum Thema Pflege mit Experten der bundesweiten Compass-Pflegeberatung klären können.
Diese Art der Pflegeberatung ist aber nicht unkompliziert, so dass Sie sicherlich fremde Hilfe in Anspruch nehmen müssen.
Denn technisch erfolgt die Beratung nicht per Telefon, sondern via Computer und Webcam.
Dazu muss der Betroffene die entsprechende Software unter www.compass-pflegeberatung.de
herunterladen und auf dem PC  installieren.

Um die Kommunikation mit den Pflegeexperten zu ermöglichen, arbeiten diese mit erfahrenen Gebärdensprach- und Schriftdolmetschern des bundesweiten Telefonvermittlungsdienstes Tess-Relay zusammen.
Diese übersetzen sowohl die Fragen der Ratsuchenden als auch die Antworten der Pflegeberater.
Erreichbar ist der Service montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr, sonnabends von 10 bis 16 Uhr.
Der Service ist - wie im Sozialgesetzbuch IX gefordert - kostenfrei sowie anbieterneutral und steht allen offen.

Fundquelle: Auszug – „Neues DEUTSCHLAND“ – August 2013
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Re: Für Gehörlose
« Antwort #17 am: 09. Oktober 2013, 17:08:34 »
Infoline der gesetzlichen Unfallversicherung jetzt auch über Gebärdentelefon erreichbar

Die bisher nur über Telefon und E-Mail erreichbare Infoline der gesetzlichen Unfallversicherung bietet ab sofort einen zusätzlichen Service für gehörlose und hörgeschädigte Bürger an:
Auskunft gibt es jetzt auch mittels Gebärdensprache per Videophonie.

Nutzbar ist dieser Service über einen Internet-PC mit Kamera und entsprechender Software.
Ein derartiges Programm kann bei Bedarf kostenlos beim Betreiber Telemark heruntergeladen werden.
Erreichbar ist das Gebärdentelefon der gesetzlichen Unfallversicherung unter dguv@gebaerdentelefon.dguv.de 
Dabei handelt es sich nicht um eine E-Mail Adresse.


Diese Adresse kann nur mit einem sogenannten SIP-Telefon angerufen werden.
Alternativ können Betroffene auch ein ISDN-Bildtelefon nutzen,
um per Gebärdensprache mit der Infoline zu kommunizieren.
Die Rufnummer dafür lautet 0800 60 50 415
Auch per Fax können Betroffene Kontakt aufnehmen unter: 0800 60 50 416


Die Infoline ist ein gemeinsamer Service der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen und ihres Verbandes,
der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Unter der kostenfreien Rufnummer 0800 60 50 40 4 werden allgemeine Fragen zu Arbeitsunfällen,
Wegeunfällen und Berufskrankheiten beantwortet.

Fragen zu Einzelfällen, die in die Zuständigkeit einer Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse fallen,
werden an diese weitergeleitet.
Unternehmen oder Existenzgründer, die nicht wissen, welcher Unfallversicherungsträger für sie zuständig ist,
können diesen bei der Infoline erfragen und sich bei Bedarf weiterverbinden lassen.
Allgemeine Informationen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind ebenfalls erhältlich,
bei spezifischen Fragen zur Prävention wird ebenfalls an die jeweils zuständige Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse verwiesen.
Die Infoline der DGUV ist von Montag bis Freitag zwischen 08:00 und 18:00 Uhr besetzt.

Informationen können auch per E-Mail anfordert werden: info@dguv.de 

Fundquelle: www.dguv.de/infoline

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #18 am: 22. November 2013, 11:38:52 »
Krankenkasse muss Kosten für Hörgeräte erstatten

"Erstattungsfähig sind Kosten nur in angemessener Ausführung":
Mit dieser Phrase drücken sich Krankenkassen gerne vor zu hohen Kosten.
Doch nicht immer kommen sie damit durch, wie ein Urteil zu Hörgeräten zeigt.
Krankenkassen dürfen ihre Leistungen nicht durch unklare Beschreibungen beschränken.
So ist eine Formulierung, Hörgeräte oder sonstige Hilfsmittel seien nur in "angemessener Ausführung" zu erstatten, rechtlich ungültig.  Urteil des AG München (Az.: 159 C 26871/10).

Der Fall:
Ein Mann hatte zusätzlich zu seiner KV eine private Krankheitskostenversicherung abgeschlossen.
In deren Bedingungen fand sich die Klausel:
"Erstattungsfähig sind die Kosten für Hörhilfen in angemessener Ausführung."

Aufgrund seiner beidseitigen Schwerhörigkeit verordnete ein Arzt dem Mann Hörgeräte.
Er kaufte sie für 4.105 € und reichte die Rechnungen bei seiner Versicherung ein.
Diese erstattete nur 2.124 € mit der Begründung, sie übernehme lediglich die Kosten für Hörgeräte,
die durchschnittlichen Anforderungen genügten.
Individuelle Bedürfnisse seien dabei nicht maßgeblich.
Der Mann klagte dagegen - mit Erfolg.

Urteil:
Derartige Leistungsbeschränkungen seien nicht wirksam, so das Gericht.
Die Klausel benachteilige Versicherte unangemessen, da sie nicht klar und verständlich seien.
Sie genüge daher dem Transparenzgebot nicht, da unterschiedliche Interpretationen möglich seien.
Dem Betroffenen können auch nicht zugemutet werden, eine Marktanalyse durchzuführen, so das Gericht.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  November 2013
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Re: Für Gehörlose
« Antwort #19 am: 18. Dezember 2013, 09:39:25 »
Cochlea-Implantate - Endlich wieder hören -

wie ein kleines Gerät im Ohr helfen kann


Mit einer elektronischen Prothese können viele Taube und Schwerhörige wieder hören.
Die Cochlea-Implantate können ihr Leben radikal verbessern.
Rund 70 Kliniken in Deutschland bieten inzwischen den Eingriff und die Nachsorge an.

Dieter Schmitz hat acht Hörstürze gehabt.
Nach jedem hörte er schlechter.
Dann kam auch noch ein ständiger Pfeifton dazu.
15 Jahre lang trug er Hörgeräte, am Ende ging fast gar nichts mehr.
 "Sogar mit den Geräten hörte ich auf einem Ohr nur noch 20%, auf dem anderen noch 30%", sagt der Trierer.
Die Folge: Er zog sich gesellschaftlich immer weiter zurück: "Das war schon sehr belastend.
Ich war oft mit mir sehr allein."
Doch dann hat sich der ehemalige Banker in diesem Jahr eine elektronische Hörprothese,
ein sogenanntes Cochlea-Implantat (CI), einsetzen lassen.
Dabei wird hinter der Ohrmuschel ein Elektrodenträger in das Innenohr eingesetzt.
Über ein kleines Mikrofon am Ohr werden die Töne und Laute über ein Kabel von außen zum Elektrodenträger geleitet - und der Hörnerv elektrisch stimuliert.
Das Gehirn erkennt dann den Schall.
"Als ich das erste Mal das Implantat mit dem Mikro verbunden habe, habe ich vor Freude geweint",
erzählt Schmitz nach seiner Operation im CI-Zentrum des Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier.

"Ich habe von der ersten Sekunde an wieder gehört."
Seine eigene Stimme klinge zwar ein wenig metallisch-blechern:
 "Als ob ich durch ein Stahlrohr spreche, aber das ist nicht wichtig. Hauptsache ich höre", sagt der 66-Jährige.

Für hochgradig Schwerhörige, Gehörlose oder Ertaubte könne ein Hörimplantat eine Rettung sein.

Unter der Voraussetzung: Der Hörnerv ist vorhanden.
Bei 98% ist das der Fall.
Allerdings müssen die Patienten mit dem Hörimplantat häufig erst wieder hören lernen.
Vor allem, wenn sie lange nicht gehört haben, müssen sie sich erst wieder erinnern.
Es gebe immer mehr CI-Operationen Kommunikationsstörungen an der Universitätsmedizin Mainz Dies liege auch daran, dass die Geräte besser würden und für mehr Patienten infrage kämen.

Es bleibe dennoch ein besonderer Eingriff.
Man muss sich im Klaren darüber sein, dass solch eine Operation mit einer lebenslangen Nachsorge verbunden ist.
Bundesweit lebten inzwischen rund 33.000 Menschen mit solchen Implantaten.
Im Jahr würden rund 3.500 Patienten in Deutschland operiert, die Technik werde immer besser.
Das ist ein großer Fortschritt.
Rund 70 Kliniken, vor allem Unikliniken oder Landeskliniken, böten diesen Eingriff plus Nachsorge an.
In Trier liegt die Zahl der Eingriffe bei etwa 20 im Jahr, Tendenz steigend.
Ab 2014 werden hier erstmals auch Kinder behandelt.
Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern sei eine rasche Behandlung wichtig.
Wenn man ein Kind unter zwei Jahren rechtzeitig versorge, dann habe es die Chance,
später weitgehend normal eine Schule zu besuchen.

Bei Dieter Schmitz hat die Hörprothese das Leben vollkommen verändert.
Rechts hört er wieder 90%, links 70- 80%.
Er geht ins Theater, ins Kino, in die Kirche und in die Kneipe und bekommt alles mit.
Nur das Telefonieren klappe nicht so gut.

Es ist ein ganz anderes Leben sagt seine Frau Marlies.
Früher hätten sie beide eher non-verbal kommuniziert.
Aber trotz aller Vorteile: "Das normale Hörempfinden kann das Gerät einem nicht zurückgeben.
Wenn er das CI auszieht, ist er taub."
siehe auch unter:
Deutsche Cochlear Implant Gesellschaft

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  November 2013
« Letzte Änderung: 18. Dezember 2013, 09:45:36 von RalleGA »
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Re: Für Gehörlose
« Antwort #20 am: 12. Januar 2014, 12:31:30 »
Urteil:

Antrag auf Hörgeräte kann nicht aufgeteilt werden


Das Landessozialgericht Baden-Württemberg (LSG BW)hat im August 2013 entschieden, dass die Übergabe der vertragsärztlichen Hörgeräteversorgung an den Akustiker und die Weiterleitung an die zuständige Krankenkasse als maßgebliche Antragstellung im Sinne des § 14 SGB IX anzusehen ist.

Die Antragstellung ist auf bestmögliche Hörgeräteversorgung gerichtet; eine Aufspaltung in zwei separate Leistungsanträge (auf Bewilligung des Festbetrags und auf über den Festbetrag hinausgehende "Premiumversorgung") scheidet aus.
Die Abgrenzung des Umfangs der Leistungspflicht zwischen der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung im Bereich von geltend gemachten Teilhabeleistungen richtet sich danach, ob das begehrte Hilfsmittel - hier das Hilfsmittel Hörhilfe - dem unmittelbaren Behinderungsausgleich dient (Leistungspflicht der Krankenversicherung) oder ausschließlich berufliche und arbeitsplatzspezifische Gebrauchsvorteile bietet
(Leistungspflicht der Rentenversicherung).

Im vorliegenden Fall hatte die hörbehinderte Klägerin die Rentenversicherung auf die Übernahme der über den Festbetrag hinausgehendenden Kosten für ihre Hörgeräte verklagt.

Urteil:
Das Gericht stellte jedoch letztendlich fest, dass die Krankenkasse die kompletten Kosten übernehmen muss, weil die zum Festbetrag erhältlichen Hörgeräte nicht ausreichend für den Alltagsgebrauch gewesen wären.

vollständige Urteil finden Sie hier:
(LSG BW AZ.: L 13 R 2607/10)
« Letzte Änderung: 12. Januar 2014, 12:37:35 von RalleGA »
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Re: Für Gehörlose
« Antwort #21 am: 07. April 2014, 08:59:11 »
Urteil:

Keine Kostenübernahme für Hausgebärdensprachkurs für die Eltern
eines gehörlosen Kindes Leistungen der Eingliederungshilfe für ein gehörloses Kind umfassen zwar gebärdensprachliche Unterrichtsleistungen zugunsten des Kindes selbst, nicht aber die Finanzierung eines Gebärdensprachkurses durch Privatlehrer für dessen Eltern aus Mitteln der Sozialhilfe.
Weitergehende Leistungsrechte kann das gehörlose Kind auch nicht u.a. aus der UN-Behindertenrechtskonvention herleiten.
Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg Az: L 7 SO 4642/12
« Letzte Änderung: 07. April 2014, 09:00:53 von RalleGA »
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Re: Für Gehörlose
« Antwort #22 am: 16. Mai 2014, 09:30:18 »
Küchenchef hat Anspruch auf höherwertiges Hörgerät

In einer Großküche geht es nicht nur heiß her, es wird auch oft laut:
es zischt, scheppert und klappert überall.
Wer dabei auf ein Hörgerät angewiesen ist, braucht ein besonders gutes.
Die Krankenkasse muss diese Kosten übernehmen, aber nicht immer kommen Hörgeschädigte mit den Festzuschüssen ihrer Krankenkasse aus.
In Einzelfällen haben sie Anspruch auf höhere Leistungen.
Das gilt besonders dann, wenn sie in ihrem Beruf gut hören müssen.
So verurteilte das SG Gießen eine Sozialkasse, einem hörgeschädigten Küchenchef die Kosten für ein hochwertiges Hörgerät zu erstatten (Az.: S 4 R 651/11).
Denn mit dem Standardgerät komme er in seinem Job kaum aus.

Der Fall:
Der Küchenleiter in einer Kantine leidet an einer rechtsseitigen Taubheit.
Links verfügt er nur über eine Hörfähigkeit von 30%.
Seine Krankenkasse hatte sich bereit erklärt, ihm Kosten für ein Hörgerät von 553,50 € zu erstatten.
Damit gab sich der Mann jedoch nicht zufrieden.
Seine Begründung: Er habe verschiedene Hörgeräte ausprobiert, auch ein Festbetragsgerät.
Bei diesem Gerät seien die Geräusche nicht gefiltert und etwa das Klappern von Geschirr für ihn unerträglich gewesen.
Den besten Hörerfolg habe er mit einem digitalen Hörgerät erzielt, das aber 2.990 € koste.
Sein Antrag wurde allerdings abgelehnt.

Das Urteil:
Vor Gericht hatte der Küchenchef Erfolg.
Ein HNO-Arzt hatte in dem vom Sozialgericht eingeholten Gutachten festgestellt, das Festbetragsgerät erbringe keinen ausreichenden Behinderungsausgleich.
Der Mann sei in seinem Beruf auf ein gutes Hörvermögen angewiesen.
Dies könne nur das teurere Hörgerät leisten.
Ein höherwertiges Hörgerät sei immer dann notwendig, wenn - wie hier - ein Versicherter in seinem Beruf auf eine besonders gute Hörfähigkeit angewiesen sei.
Dass das Gerät auch verbessertes Hören im privaten Bereich ermögliche, sei nicht von Bedeutung.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Februar 2014
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Re: Für Gehörlose
« Antwort #23 am: 06. Juni 2014, 05:53:37 »
Neuer Service der Bundesagentur für Arbeit (BA) für gehörlose Menschen

Seit Anfang März 2014 haben Gehörlose die Möglichkeit, über einen Gebärdendolmetscherdienst
mit den Service-Centern der BA direkt zu sprechen.
Die Betroffenen laden sich ein Tool aus dem Internet auf ihren Computer.
Mit Hilfe des Tools werden sie dann über ein Videotelefonat optisch oder schriftsprachlich mit einem Gebärdendolmetscher verbunden.
Dieser telefoniert gleichzeitig mit dem Service-Center der BA und gibt so das Anliegen direkt an einen Service-Center-Mitarbeiter weiter.
Das Angebot ist für Gehörlose kostenfrei.

Nähere Informationen finden Sie
hier

« Letzte Änderung: 06. Juni 2014, 05:59:59 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #24 am: 25. August 2014, 09:21:08 »
Krankenkassen müssen Rauchwarnmelder für Gehörlose bezahlen

BSG Urteil  (Az.: B 3 KR 8/13 R)


Der Kläger, hatte bei seiner Krankenkasse die Kostenübernahme für zwei spezielle Rauchmelder mit Licht- und Vibrationssignalalarm für seine Mietwohnung in Schleswig-Holstein beantragt und nach vierjährigem Verfahren nun eine für alle stark hörgeschädigten Menschen wichtige Entscheidung erreicht.

In seiner Urteilsbegründung führte das BSG aus, dass Rauchmelder die elementare Lebensführung zu Hause ermöglichen und auf diese Weise das Grundbedürfnis des selbständigen Wohnens sicherstellen.
Laut BSG sei es inzwischen allgemeine Verkehrsauffassung, dass Rauchwarnmelder als unverzichtbares Warnsystem vor Rauchgasen zur Grundausstattung von Wohnungen gehören.
Es sei in fast allen Landesbauordnungen die Ausstattung von Wohnräumen mit Rauchwarnmeldern gesetzlich vorgeschrieben und in zwei weiteren Bundesländern sei eine Einführung der Einbaupflicht geplant.

Die Leistungspflicht der Krankenkassen bestehe unabhängig davon,
ob gehörlose Menschen alleine oder mit einem hörenden Menschen in einer Wohnung leben.

« Letzte Änderung: 25. August 2014, 09:24:47 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #25 am: 02. September 2014, 08:03:39 »
Gehörlos:

Empfehlung für die Pneumokokken-Impfung geändert:


Sie gelte nun auch für Träger von Cochlea-Implantaten.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  August 2014
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Re: Für Gehörlose
« Antwort #26 am: 02. Oktober 2014, 20:03:49 »
Kino-Spot "Behindern ist heilbar"

mit Statement von Götz Otto und Andreas Costrau

 
« Letzte Änderung: 12. Februar 2015, 09:51:43 von RalleGA »
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Re: Für Gehörlose
« Antwort #27 am: 20. November 2014, 09:21:54 »
Smartphone trifft Hörgerät

Die meisten sind überrascht, wenn die Worte Hörgerät und iPhone in einem Atemzug genannt werden.
Tatsächlich handelt es sich hierbei aber um eine Traumpaarung technischer Errungenschaften.
Hörgeräteträger stehen im Alltag immer wieder vor akustischen Herausforderungen.
Häufig müssen sie zwischen verschiedenen Hörsituationen wechseln.
Vom Fernseher ans Telefon, vom Telefon zur Freisprechanlage im Auto.
Nicht selten geht dieser Wechsel auf Kosten der Hör- und Klangqualität.
Die neue App "ConnectLine" liefert in Kombination mit dem Streamer Pro hierfür die optimale Lösung und lässt sich schnell und präzise bedienen.
Der dezente Streamer bildet dabei die Schnittstelle zwischen iPhone und den Hörgeräten.

Personalisierte Hörprogramme:
Mit der kostenlosen App sieht der Nutzer auf seinem iPhone-Bildschirm die zur Verfügung stehenden Hörprogramme, die sein Hörakustiker für ihn für verschiedene Umgebungen programmiert hat.
Ob im Restaurant, im Auto oder beim Sport – mit nur einem Klick kann der Nutzer das passende Programm aufrufen. Zusätzlich kann er Programme individuell benennen.

Binaurale Signalverarbeitung:
Bei der Entwicklung der neuen Vernetzungsmöglichkeit war für uns entscheidend, dass die Kunden die hoch entwickelten audiologischen Funktionen unserer Hörgeräte weiterhin voll nutzen können.
Das gilt insbesondere für die binaurale Signalverarbeitung, die rechtes und linkes Hörgerät miteinander verbindet, um z.B. räumliches Hören zu ermöglichen und die Klangqualität zu verbessern.
Durch die App ist nun der schnelle, übergangslose Wechsel zwischen Lieblingsmusik,
Telefonat oder FaceTime-Anruf möglich.
Der Nutzer kann sich außerdem mit dem kompletten System so vernetzen, dass die Klänge von Fernseher, Mikrofon oder Telefonanlage direkt in das Hörgerät übertragen werden wie in einen hochwertigen, drahtlosen Kopfhörer.
Durch den Streamer kann sich der Kunde mit einer Vielzahl an Kommunikationsgeräten verbinden und von einer erstklassigen Klangqualität profitieren.
Beide Innovationen sind mit allen Hörgeräten kompatibel, die über Wireless-Technologie verfügen
(Drahtlos-Technologie).

mehr unter: www.oticon.de                                           

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  August 2014    
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Re: Für Gehörlose
« Antwort #28 am: 12. Februar 2015, 09:54:04 »
Krankenkasse muss auch Kosten für teures Hörgerät tragen

Hochwertige Hörgeräte können manchmal die Hörschwäche weitgehend ausgleichen -
doch sind sie meistens auch sehr teuer.
Die Krankenkasse muss die höheren Kosten für ein solches Gerät übernehmen,
wenn dieses für den Betroffenen wesentlich ist.
Benötigt jemand ein teures Hörgerät, kann die gesetzliche Kasse sich dann nicht auf eine Festbetragsregelung berufen.
Das hat das Hessische LSG (Az.: L 8 KR 52/11) entschieden.

Der Fall:
Ein Mann litt an einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit.
Nach einer entsprechenden Testphase empfahl ihm der Hörgeräteakustiker ein Hörgerät für rund 4.900 €,
mit dem der Betroffene sogar Telefongespräche führen kann.
Die Krankenkasse wollte nur den Festbetrag von rund 1.200 € übernehmen.
Der Hörgeschädigte erwarb trotzdem das teure Hörgerät.
Seinen Antrag auf Erstattung des Differenzbetrages von rund 3.700 € lehnte die Krankenkasse ab.

Das Urteil:
Das LSG in Darmstadt verurteilte die Krankenkasse zur Erstattung des Differenzbetrages.
Die Versorgung mit Hörgeräten diene dem unmittelbaren Behinderungsausgleich.
Es gelte das Gebot eines möglichst weitgehenden Ausgleichs des Defizits.
Die gesetzliche Krankenkasse könne sich nur dann auf eine Festbetragsregelung berufen,
wenn diese eine sachgerechte Versorgung des Versicherten ermögliche.
Andernfalls müsse sie die kompletten Kosten für das erforderliche Hörgerät tragen.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Oktober 2014 

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #29 am: 23. Mai 2015, 08:18:22 »
Gebärdendolmetscher

Einsatz per Gesetz geregelt


Das Behindertengleichstellungsgesetz regelt den Einsatz von Gebärdensprachdolmetschern bei Ämtern.
Darin heißt es:
"Menschen mit Hörbehinderungen und Menschen mit Sprachbehinderungen haben nach Maßgabe der einschlägigen Gesetze das Recht, die Deutsche Gebärdensprache oder lautsprachbegleitende Gebärden zu verwenden."
Zudem heißt es dort:
"Soweit es zur Wahrnehmung eigener Rechte im Verwaltungsverfahren erforderlich ist, haben die Träger der öffentlichen Verwaltung die Übersetzung durch Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher oder die Verständigung mit anderen geeigneten Kommunikationshilfen sicherzustellen und die notwendigen Aufwendungen zu tragen".
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