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Autor Thema: Für Gehörlose + des Hörens beeinträchtigte Menschen  (Gelesen 14088 mal)

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Offline busymouse

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Für Gehörlose + des Hörens beeinträchtigte Menschen
« am: 08. Dezember 2011, 11:29:16 »
Hallo @all,

wir haben in unserem Youtube-Kanal zwei Playlists aufgemacht, in denen wir wichtige oder auch einfach nur nette Beiträge für Gehörlose einstellen. Hier könnt ihr sie finden:

Liebe Grüße
Birgit

« Letzte Änderung: 11. Juli 2015, 10:38:04 von RalleGA »
Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
(Epiktet, griech. Philosoph, 50-138)

Offline busymouse

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #1 am: 11. April 2012, 21:03:18 »
Hinweis zum heutigen Artikel zur neuen Bereitschaftsdienst-Nummer "116 117":

Es gibt ein "Faxformular für hör- und sprachgeschädigte Menschen zur Kontaktaufnahme mit dem Bereitschaftsdienst".

Hier könnt ihr das downloaden:

Faxformular für hör- und sprachgeschädigte Menschen zur Kontaktaufnahme mit dem Bereitschaftsdienst (PDF-Download, 40 KB)
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Offline RalleGA

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #2 am: 04. September 2012, 14:47:18 »
Rückschau:

Im Nachhinein ist man klüger

In den letzten Wochen habe ich oft über den Spruch: "Im Nachhinein ist man klüger" nachgedacht.
Dass es so ist, kann ich gerne bestätigen. Ich möchte das anhand einiger Beispiele aus dem Leben meines Sohnes, der gehörlos geboren wurde und CI-Träger ist, untermauern.

Die richtige Diagnose "Auditive Neuropathie" wurde uns erst gestellt, als Lukas bereits fast drei Jahre alt war.
Bis dahin war nie klar, ob Lukas schwerhörig ist oder nicht.
Ich konnte mit der damaligen Situation nicht gut umgehen, habe ich doch eine ältere Tochter, die hörend ist.
Wie ein hörendes Kind sich entwickelt wusste ich.
Bei Lukas war alles ganz anders.                           
Ich selbst bin von Geburt an hochgradig schwerhörig.     

Mehr unter:
BIZEPS – AUSTRIA 21.7.2012
« Letzte Änderung: 04. September 2012, 14:49:19 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #3 am: 15. September 2012, 17:26:17 »
Tag der Gehörlosen

Reden mit den Händen


Der Tag der Gehörlosen ist ein internationaler Gedenktag, der immer Ende September stattfindet.
Er wurde 1951 von der World Federation of the Deaf (WFD - Weltverband der Gehörlosen) ins Leben gerufen.
In Deutschland wird er ab Mitte der 70er Jahre begangen.
Die regionalen Gehörlosen-Verbände organisieren meist Aktionen rund um den "Tag der Gehörlosen".
Den Auftakt bildet der Gehörlosenverband Niedersachsen, der morgen nach Braunschweig einlädt.

In der kommenden Woche schließen sich vom 20. bis 22. September in Erfurt
die fünften deutschen Kulturtage der Gehörlosen an.
Sie stehen unter dem Motto "Eine Kultur mehr:
Gebärdensprache" und präsentieren gehörlose Menschen, ihre Kultur und Sprache.
Einen breiten Raum wird dabei die Gebärdensprache einnehmen.

Fundquelle: Auszug „Altmark-Zeitung“ vom 15.09.2012

Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #4 am: 19. September 2012, 15:03:07 »
Gehörlos -

Reden mit den Händen


In Deutschland leben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 80.000 Gehörlose.
Laut der Statistik aus dem Jahr 2007 sind rund 430.000 Menschen über 15 Jahren in Deutschland
schwerhörig und als schwerbehindert anerkannt.
Aus medizinischer Sicht wird Gehörlosigkeit über den Grad des Hörverlustes definiert:
Gehörlos ist, wer im Bereich zwischen 125 und 250 Hz einen Hörverlust von mehr als 60 dB sowie im übrigen Frequenzbereich von mehr als 100 dB hat.
Die Betroffenen selbst, definieren Gehörlosigkeit  nicht über fehlendes Hörvermögen,
sondern sprachlich und kulturell.
Als "gehörlos" verstehen sich Menschen, die in der Kommunikation die Gebärdensprache bevorzugen.

Hinweis:
schaut auch bitte Hier in unserem Forum: Thema: Gehörlos und Auto fahren
Führerschein und/oder Auto fahren mit Behinderung ///
Was gibt es zu beachten?

« Letzte Änderung: 31. Oktober 2012, 09:37:09 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #5 am: 07. November 2012, 14:33:08 »
Besser hören mit einem Implantat
                                                                                   
Keine andere Beeinträchtigung eines Sinnesorganes kann so erfolgreich therapiert werden wie die des Hörsinnes.
Der Einsatz eines Cochlea-Implantats kann eine gute Alternative sein, wenn mit herkömmlichen schallverstärkenden Hörgeräten kein ausreichendes Sprachverständnis mehr erzeugt werden kann.
Ein Cochlea-Implantat (kurz: CI) ist eine Innenohrprothese, die akustische Signale in elektrische Signale umwandelt und zum Gehirn weiterleitet. Somit entsteht ein Höreindruck.
An der Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in Magdeburg werden seit 20 Jahren CI-Operationen bei Patienten im Kleinstkind- bis ins hohe Erwachsenenalter durchgeführt.
Vielen Menschen konnte so die Möglichkeit gegeben werden, wieder problemlos zu kommunizieren,
Musik zu hören oder auch zu telefonieren.

Aus diesem Anlass lädt die Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Freitag, 9. November,
von 13 bis 16 Uhr, in den Hörsaal der Uni-Kinderklinik (Haus 10), Leipziger Straße 44 in Magdeburg,
die Öffentlichkeit zu einem Informationstag rund um das Thema "Cochlea-Implantat" ein.
Neben Informationsständen wird es verschiedene Vorträge geben. Therapeuten und Ärzte werden in persönlichen Gesprächen Fragen beantworten und Besucher können bei Interesse einen Termin für einen Hörtest vereinbaren.

Nähere Auskünfte unter Telefon 0391 - 671  3078;
ci-sprechstunde@med.ovgu.de

siehe auch unter:
www.med.uni-magdeburg.de/khno.html
« Letzte Änderung: 07. November 2012, 14:38:30 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #6 am: 17. November 2012, 15:38:37 »
Besser hören mit einem Cochlea-Implantats     
                                                                                         
Keine andere Beeinträchtigung eines Sinnesorganes kann so erfolgreich therapiert werden wie die des Hörsinnes.
Der Einsatz eines Cochlea-Implantats kann eine gute Alternative sein, wenn mit herkömmlichen schallverstärkenden Hörgeräten kein ausreichendes Sprachverständnis mehr erzeugt werden kann.

Ein Cochlea-Implantat (kurz: CI) ist eine Innenohrprothese,
die akustische Signale in elektrische Signale umwandelt und zum Gehirn weiterleitet.
Somit entsteht ein Höreindruck.
An der Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in Magdeburg werden seit 20 Jahren CI-Operationen
bei Patienten im Kleinstkind- bis ins hohe Erwachsenenalter durchgeführt.
Vielen Menschen konnte so die Möglichkeit gegeben werden, wieder problemlos zu kommunizieren,
Musik zu hören oder auch zu telefonieren.

Gesundheit-sachsen-anhalt.de

Ansicht eines Cochlea-Implantat
« Letzte Änderung: 17. November 2012, 15:42:30 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #7 am: 19. November 2012, 07:56:08 »
Reden mit den Händen

Gehörlose müssen kreativ sein, um die vielen Hindernisse im Alltag zu überwinden.

Eine Hörprothese kann helfen:

wichtige Voraussetzung: Der Hörnerv muss noch intakt sein.

Es hilft vielen Gehörlosen, wieder hören zu können:
Das Cochlea-Implantat wird seit Anfang der 80er Jahre implantiert.
Es handelt sich um eine Hörprothese für Gehörlose, deren Hörnerv noch funktioniert.

3 Fragen + Antworten zu den Chancen, mit einem Cochlea-Implantat (CI) wieder normal hören zu können.

Frage 1:

Kann bei jedem Gehörlosen mit einem Implantat das Gehör wiederhergestellt werden?

Antwort 1: 

Der Begriff der Gehörlosigkeit bezieht sich erst einmal generell auf Menschen, die von Geburt an taub sind oder in den ersten Lebensjahren das Gehör verlieren.
In der Realität ist eine Implantation eines Cochlea-Implantats schon wenige Monate nach der Geburt möglich.
Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass der Hörnerv intakt ist.
Das Implantat ersetzt die Funktion der Sinneszellen, es wandelt Schall in elektrische Impulse um.

Frage 2:
Wie hoch sind die Erfolgschancen, wenn die Implantation erst im Erwachsenenalter erfolgt?

Antwort 2: 
Bei ertaubten erwachsenen Patienten, die bereits Sprache erworben haben, ist eine Implantation sehr sinnvoll,
weil sie in der Regel ein offenes Sprachverstehen mit dem CI  erreichen, also ohne sonstige Hilfsmittel Sprache verstehen und telefonieren können.
Langzeitertaubte, die seit ihrer Geburt nicht hören können und erst als Erwachsene ein CI bekommen,
haben geringe Chance, die gehörte Sprache zu verstehen.
Sie können die Sprache nur unvollständig verstehen:
Es ist eine Hörhilfe, macht aber aus einem Tauben keinen Normalhörenden.

Frage 3: 
Also sollten Cochlea-Implantate im Kindesalter implantiert werden?

Antwort 3: 
Ja, bei Kleinkindern ist die Chance groß, dass sie noch lernen zu hören, zu verstehen und zu sprechen.
Der Spracherwerb basiert eben auf dem Hören.
Nach den ersten Lebensjahren ist es viel schwieriger, dieses zu erreichen, man braucht deutlich mehr Zeit.
Und die fehlt unter Umständen.
Dazu hat sich das Gehirn in der Zwischenzeit ohne die Sinnesfunktion Hören weiterentwickelt,
die Verbindungen sind anders verknüpft.

Fundquelle: Auszug „Altmark-Zeitung“ vom 15.09.2012
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #8 am: 07. Februar 2013, 09:29:15 »
Prothese holt gehörlose Kinder aus der Welt der Stille                                                           

Sprechen lernen war für gehörlose Kinder früher kaum möglich.
Die Innenohrprothese - ein kleines technisches Wunder - ermöglicht vielen heute ein Aufwachsen fast ohne Beeinträchtigung.
Die Medizinische Hochschule Hannover gehört zu den weltweit größten Implantat-Zentren.

mehr unter:

WAZ vom 14.12.2012   

Fundquelle: Auszug – „WAZ“ Dezember 2012
« Letzte Änderung: 07. Februar 2013, 09:33:08 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #9 am: 28. März 2013, 08:04:47 »
Gehörlos - Medizintipp:

Gebärdensprach-App für mobile Endgeräte


Die Techniker Krankenkasse (TK) in Niedersachsen hat darauf hingewiesen, dass es eine App für mobile Endgeräte gibt, welcher medizinische Dialoge in Gebärdensprache übersetzt.             
Die App wurde speziell für den Einsatz im Krankenhaus oder in der Arztpraxis entwickelt und stellt eine Basiskommunikation in der Gebärdensprache dar
mehr unter: Kobinet 24.10.2012   
Durch dieses neue virtuelle Angebot können gehörlose Menschen ihre Beschwerden schildern, der Arzt sowie das medizinische Personal kann gezielt nachfragen und den Patienten über Therapieschritte informieren.
"Die App fördert - gerade bei Gehörlosen - die Patientensouveränität und unterstützt ihre medizinische Selbstbestimmung".
Die App kann unter www.isignit-app.de kostenfrei heruntergeladen werden.
« Letzte Änderung: 28. März 2013, 08:07:49 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #10 am: 02. Juni 2013, 10:42:24 »
Arzt verstößt mit ungefragter Empfehlung gegen Wettbewerb

Diagnostiziert ein Arzt beispielsweise ein vermindertes Gehör des Patienten, liegt die Frage nach dem richtigen Hörgeräte-Akustiker nahe.
Diese Frage darf der Arzt aber nicht von sich aus mit einer Empfehlung beantworten.
Ein Hals-Nasen-Ohrenarzt verstößt gegen Wettbewerbsregeln, wenn er Patient ungefragt
und ohne ausreichenden Grund nur zwei Hörgeräteakustiker nennt.

Das geht aus einem Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts hervor (Az.: 6 U 16/11).

Nennen dürfe der Arzt bestimmte Anbieter nur, wenn die Qualität der Versorgung bei allen anderen infrage kommenden Hörgeräteakustiker schlechter sei und andere Patienten dort unzufrieden gewesen seien.
In dem Fall war ein schwerhöriger Testpatient auf wettbewerbswidriges Verhalten von HNO-Ärzten angesetzt worden.
Der besuchte Arzt verordnete ihm Hörgeräte und nannte zwei Anbieter,
ohne dass der Patient darum gebeten hatte.
Das Gericht sah darin einen Verstoß gegen die Berufsordnung der Ärztekammer Schleswig-Holstein.
Der Arzt habe nicht alle Anbieter genannt, die infrage gekommen wären.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  März 2013 
« Letzte Änderung: 02. Juni 2013, 10:44:12 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #11 am: 08. Juni 2013, 06:30:09 »
Ein Hörgerät, das zu mir passt:

Personalisierbares Hören – weil jeder Mensch anders hört


Es geht schleichend los.
Irgendwann stellen wir fest, dass wir nicht mehr gut verstehen.
Vielleicht machen uns auch andere darauf aufmerksam.
Doch dass das Gehör mit zunehmendem Alter nachlässt, ist ganz normal – ähnlich wie beim Sehen.
Während eine Brille als Lösung des Problems sofort auf der Hand liegt, sind viele Menschen immer noch unsicher, was Hörgeräte angeht.
Sie denken vielleicht an die pfeifenden Ungetüme längst vergangener Tage.
Davon sind heutige Hörgeräte Lichtjahre entfernt.
Moderne Hörgeräte sind klein, klingen brillant und sind nahezu unsichtbar.
Außerdem erhalten sie die Lebensqualität.
Deshalb sollte der Hörtest für jeden genauso selbstverständlich sein wie der Sehtest.
Nur wer gut und entspannt hört, kann das Leben in allen Facetten genießen.
Das gilt besonders für Menschen mit einer Schwerhörigkeit.
Jeder hört anders: Jeder Mensch nimmt Klänge auf seine ganz eigene Weise wahr,
verarbeitet und beurteilt sie auf seine persönliche Weise.
Das gilt für Stimmen genauso wie für Musik oder das Motorengeräusch eines Sportwagens.
Das Hören ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck.

Forscher sprechen in diesem Zusammenhang von der "Hör-Identität".
Folgerichtig sollten Hörgeräte so individuell wie möglich auf ihre Träger eingestellt werden.
Erst dann haben sie den größten Nutzen und Komfort.
Die Zeiten sind vorbei, in denen Hörgeräte einfach alles lauter gemacht haben.
Heute geht es um den persönlichen Hör-Geschmack und die Hör-Verarbeitung jedes einzelnen Menschen.

Personalisierte Hörgeräte:

Es gibt jetzt ein neues Hörgerät, das in einzigartiger Weise auf die Vorlieben und Bedürfnisse der Menschen eingeht.
Ein dänischer Hersteller legt schon seit Langem den Schwerpunkt auf Klang und Komfort und hat das Hörgerät deshalb mit den neuesten Technologien ausgestattet.
Lästige Pfeifgeräusche gibt es nicht mehr.
Sprache wird wieder leichter verständlich – auch in lauter Umgebung, weil störende Geräusche abgedämpft werden.
Außerdem ermöglicht ein intelligentes System das Richtungshören, da sich linkes und rechtes Gerät permanent miteinander austauschen.
Der Clou ist jedoch, dass der Hörgeräteakustiker damit den ganz persönlichen Hör-Geschmack trifft.
Interessierte können das Gerät ab sofort bei vielen Hörakustikern unverbindlich testen.

Weitere Informationen finden Sie unter dem weiterführenden Link:
www.oticon.de/alta

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  März 2013
« Letzte Änderung: 08. Juni 2013, 06:32:07 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #12 am: 28. Juli 2013, 07:10:46 »
Nichts hören, niemanden sehen

Wer taub ist und nichts hört, hat trotzdem keinen Anspruch auf ein Bildtelefon


Zumindest dann nicht, wenn er das extravagante Gerät von seiner Krankenkasse bezahlt haben will.
Das hat das Hessische LSG entschieden (Az. L 1 KR 219/05).

Der Fall:
Der Antragstelle hatte argumentiert, er brauche das Bildtelefon, weil er sich nur über die Gebärdensprache
mit seiner Umwelt mehr oder weniger unbeschwert unterhalten könne.
Doch nach Auffassung der Darmstädter Richter gibt es heutzutage mit Fax sowie E-Mails und SMS für einen Gehörlosen ausreichende andere, weniger ausgefallene Möglichkeiten zur lautlosen Kommunikation.
Zwar sei die schriftliche der direkten mündlichen Kommunikation nicht gleichzusetzen, aber beim heutigen Stand der Technik würde es auch eine Webcam am Internet-Computer tun, die wesentlich preiswerter als eine separate Bildtelefon-Anlage sei.
Ob aber wenigstens diese Variante von der Krankenkasse als Hilfsmittel zu bezahlen wäre,
ließ das LSG ausdrücklich offen, weil das im vorliegenden Verfahren nicht zu entscheiden war.  :?\

Das Urteil der Richter würde davon abhängen, ob eine Webcam mittlerweile schon als allgemeiner Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens gilt.
Dann nämlich darf sie nach Krankenkassenrecht als besonderes Hilfsmittel nicht mehr anerkannt werden.  :-[  >:D
« Letzte Änderung: 28. Juli 2013, 07:16:38 von RalleGA »
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Re: Für Gehörlose
« Antwort #13 am: 26. September 2013, 15:01:43 »
Ein Hörtest schafft dann Klarheit über das Ausmaß des Hörschadens

Szenen wie diese spielen sich fast täglich in vielen deutschen Haushalten so oder ähnlich ab:
„Stell den Fernseher nicht so laut!“ – „Der ist doch gar nicht laut.
"Man kann ja kaum was verstehen“.

Sollte das Hörvermögen tatsächlich gemindert sein, können nachweislich Hörgeräte helfen.
Ab 1.11.2013 steigt der Zuschuss der gesetzlichen Krankenkassen für Hörgeräte
von derzeit 421 € auf den 785 € pro Gerät.
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Für Gehörlose
« Antwort #14 am: 29. September 2013, 08:07:58 »
Eltern erhalten keine Hilfe für Gebärdensprachkurs

Ein Sozialhilfeträger ersetzt den Eltern gehörloser Kinder nicht die Kosten für das Erlernen der Gebärdensprache.
Dies entschied das LSG Baden-Württemberg. (Az.: L 7 SO 4642/12).
Gewährt werden nur Leistungen für den Unterricht des behinderten Kindes.

Der Fall:

Ein siebenjähriges Mädchen leidet an einer beidseitigen Schwerhörigkeit.
Das Kind besucht einen Regelkindergarten und erhält vom Sozialhilfeträger Unterstützung.
Für das Erlernen der Gebärdensprache gewährt ihr der Landkreis zudem 2.400 € monatlich.
Auch die Eltern lassen sich privat in Gebärdensprache unterrichten.
Die Kosten übernahm zunächst eine gemeinnützige Stiftung.
Nach dem Ende der Förderung sollte das Land die Kosten übernehmen.

Das Urteil:
Nachdem die Eltern in erster Instanz noch Recht bekommen hatten, setzte sich der Landkreis beim LSG durch.
Nach Auffassung der Richter stehen Leistungen der Eingliederungshilfe grundsätzlich nur dem behinderten Menschen selbst zu.
Angehörige könnten nur ausnahmsweise in den Genuss solcher Leistungen kommen,
wenn dies gesetzlich so vorgesehen sei.


Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  September 2013


pers. Anm:
Das Gericht urteilte am wahren Leben vorbei.
Wie wäre es denn, wenn das Gesetz geändert wird.
Integration und Teilhabe kann nur gemeinsam mit Leben erfüllt werden.
Was nützt es, wenn Eine/r die Gebärdensprache in der Familie kann
und der Rest schaut nur und überlegt was wohl gerade gemeint ist.
An Hand des LSG-Urteils sieht man wieder einmal, dass die staatlich gewollte Integration Geld kosten,
aber vor Gericht bleiben behinderten und/oder arme Menschen auf der Strecke. 
« Letzte Änderung: 29. September 2013, 08:12:05 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.