Hallo Sandy,
erstmal ein ganz herzliches Willkommen für dich!

Das mit der Gebärmutter ist ein ziemlich heißes Thema, über das sich wohl alle HNPCC-Frauen Gedanken machen...
In der Literatur wird das Risiko für ein Endometrieum-Karzinom, also einen Gebärmutterschleimhautkrebs, mit 42 bis 67 % angegeben. Dann gab es allerdings
die britischen Forscher, die viele frühere Studien ausgewertet haben und fanden, dass das Risiko für ein Endometriumkarzinom genauso groß sei wie das für Darmkrebs.

Diese Studie wurde noch nicht bestätigt. Frau Dr. Steinke von der Bonner Humangenetik vermutet tendenziell allerdings Ähnliches. Hinzu kommt, dass Endometriumkarzinome bei HNPCC-Frauen durchschnittlich betrachtet ein paar Jahre früher auftreten als bei "normalen" Frauen. Die Bonner Humangenetik hat dann im letzten Jahr diese Empfehlung herausgegeben:
Empfehlung zur gynäkologischen Früherkennung bei HNPCC-Patientinnen.
Frauen mit einer Keimbahn-Mutation in einem der MMR-Gene MLH1, MSH2 oder MSH6 haben
Berichten zufolge ein 4-12%iges Lebenszeitrisiko an einem Ovarialkarzinom zu erkranken. Das Risiko ist also wesentlich kleiner. Allerdings werden Tumoren an Eileiter und Eierstock nur selten bei Vorsorgeuntersuchungen gefunden. Häufig ist der Krebs deshalb bei Diagnose schon recht weit fortgeschritten.

Ist schwierig, das zu entscheiden. Ich selbst habe eine versuchte Hysterektomie hinter mir. Wegen meines verwachsungsbauches wurde die Operation abgebrochen. Ich habe mir dann - quasi als zweitbeste Lösung - das endometrium weitestgehendst weglasern lassen. Und das, was sie nicht wegbekommen haben (ich habe große Myome, die im Weg sind), fällt regelmäßig zur Untersuchung einer Kürettage anheim.
Zu deiner Frage in Bezug auf die Sicherheit der Untersuchungsergebnisse:
Bei Frauen vor den Wechseljahren ist der vaginale Ultraschall durch den Arzt nicht immer verlässlich auswertbar. Und nein, die Tumormarker treffen auf keinen Fall eine verlässliche Aussagen. Der CEA zeigt auch bei "Normalos" Tumoren nicht zuverlässig an, d.h. ist er deutlich erhöht, dann ist meist auch ein Tumor da. Ist der CEA nicht erhöht, bedeutet das aber nicht, dass kein Tumor da ist. Auch gibt es Studien, die zumindest die Vermutung zulassen, dass der CEA bei HNPCC'lern bei einem Primärtumor, also einem "neuen" Tumor, nur sehr selten erhöht ist. Ein Metastasengeschehen scheint der CEA bei HNPCC'lern allerdings weitaus zuverlässiger anzuzeigen.
Na, da habe ich dich wohl jetzt gleich zum Start mit einem Roman erschlagen... uups...

Liebe Grüße Birgit