Bonn (bdh) – Autismus ist eine Entwicklungsstörung, die in aller Regel in den ersten drei Lebensjahren festgestellt wird und ein breites Wirkungsspektrum von der sog. Inselbegabung bis hin zu schwersten geistigen Behinderungen umfassen kann. Es gibt nur wenige Krankheitsbilder, die das soziale Umfeld Betroffener so stark beanspruchen wie die Wahrnehmungsstörung, die in ihrer leichten Form als „Asperger-Syndrom“ oder allgemein unter dem Begriff „Autismus“ bekannt ist. Der Tag des Autismus am 02. April 2012 rückte die Krankheit wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.
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Palo Alto – US-Stammzellforscher haben den Hirndefekt des Timothy-Syndroms im Labor nachgestellt. Ihre Experimente in Nature Medicine (2011; doi: 10.1038/nm.2576) versprechen nicht zuletzt Einsichten in die Pathogenese autistischer Störungen, die auch zu den Kennzeichen des seltenen Syndroms gehören. Ansätze für eine Therapie wurden ebenfalls entdeckt.
Cambridge – Bei Geschwistern von Personen mit Autismus zeigt sich eine ähnliche Gehirntätigkeit, wie bei den Autisten selber, wenn sie emotionale Gesichtsausdrücke betrachten. Wissenschaftler um Michael Spencer von der University of Cambridge bezeichnen diese reduzierte Aktivität in einem Teil des Gehirns als möglichen Biomarker für Autismus. Ihre Entdeckungen publizierten sie in der Zeitschrift Translational Psychiatry (doi:10.1038/tp.2011.18).
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Chapel Hill – Die Autismusspektrum-Störung geht in den ersten beiden Lebensjahren mit einem „überschießenden“ Hirnwachstum einher. Dies ergab eine Studie in den Archives of General Psychiatry (2011; 68: 467-476).
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Chance bei Entwicklungsstörung durch Sport, Streicheln oder Begleiten
Leipzig/Albersdorf (pte) – Hunde können die soziale Interaktion von autistischen Kindern verbessern. Anlässlich des von der UNO ausgerufenen “Tag des Autismus” am heutigen Samstag zeigen Forscher neue Therapiezugänge für die Entwicklungsstörung, an der weltweit 35 Mio. Menschen leiden – 40.000 davon allein in Deutschland. Eine Möglichkeit dazu bietet das Training autistischer Kinder mit Hunden, das die Diplompädagogin Wiebke Schwartze vom Institut für Förderpädagogik der Universität Leipzig erstmals wissenschaftlich erforscht hat.
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Mutationen von Shank3 führen bei Mäusen zu klassischen Symptomen
Durham (pte) – Wissenschaftler der Duke University haben nachgewiesen, dass ein einzelnes Protein Störungen des autistischen Spektrums auslösen kann, indem es die effektive Kommunikation zwischen den Gehirnzellen stoppt. Das Team um Guoping Feng schuf durch die Mutation des Gens, das die Produktion des Proteins Shank3 kontrolliert, autistische Mäuse. Die Tiere wiesen soziale Probleme und repetitive Verhaltensmuster auf, beides klassische Symptome von Autismus und ähnlichen Krankheiten. Die in Nature veröffentlichte Studie macht Hoffnung auf die ersten wirksamen Behandlungsansätze mit Medikamenten.
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Sacramento – Autistischen Störungen könnten einer Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 304: 2373-2380) zufolge Defekte in den Mitochondrien zugrunde liegen. Messbar waren sie in Blutproben im Energiestoffwechsel von Lymphozyten.
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